Der BürgerBus in der Presse.

Original-Layout, Hi-Res

28. August 2004     (Regionale Rundschau / Weser-Kurier)

Eng, aber interessant: Profi-Verkehrsplaner aus Norwegen und Schweden beim Test des Weyher Bürgerbusses. Torsten Hoff (rechts) erläuterte das Projekt.      Foto: Ingo Möllers

Verkehrsprofis testen den Bürgerbus Weyhe

30-Minuten-Crashkursus für Gäste aus Skandinavien

Von unserem Redakteur
Justus Randt

Weyhe. Unter anderen Umständen könnte Häme aufkommen: Sieben Planungsexperten aus dem Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs müssen sich sputen, um rechtzeitig zum Bürgerbus zu kommen. Aber was können Gäste aus Norwegen und Schweden dafür, dass hierzulande manchmal etwas schief läuft mit Bussen und Bahnen. Und der Bürgerbus ist sowieso "ein beispielhaftes Projekt".

Das stellte Torsten Hoff, der Vorsitzende des zum roten Flitzer gehörenden Vereins bei seiner ersten Präsentation "in english" gleich klar. Dass die Probe-Passagiere Profis im Verkehrsgewerbe sind, konnte er nicht ahnen. Ulrich Kinder, Geschäftsführer des Vereins Kommunalverbund Bremen/ Niedersachsen hatte kürzlich beim den Weyhern angefragt, ob sie den roten 117er Bus und das Modell nach dem er werktäglich auf Achse geht, vorstellen könnten.

An Ort und Stelle kam schließlich und eher nebenbei heraus, dass die Gäste Teilnehmer des seit Freitag tagenden EU-Projekts "Wege zur regionalen Identität, Beispiele aus europäischen (Stadt) Regionen" sind. Der Bürgerbus stand gar nicht auf dem Programm der internationalen Tagung. Aber die sieben Norweger (aus Christiansand) und Schweden (aus Karlstad) wollten wissen, wie der Bürgerbus funktioniert.

Nach der Probefahrt gemäß regulärem Fahrplan von der Haltestelle Meyer-Lankenau zum Sandberg in Erichshof und

zurück bis zum Rathaus hatten die Verkehrsleute ein reelles Stück ÖPNV-Alltag mitbekommen: "Wir haben alles erlebt, Rollis und kotzende Kinder", sagte Hoff nach dem halbstündigen Trip. Dass der kleine Bürgerbus Rollstuhlbenutzer befördern kann und Fahrerin Regina Tritsch auch gleich vorführte, wie die Rampen ausgefahren werden, dürfte beeindruckend gewesen sein. Über die tatsächliche Wirkung - auch des speienden kleinen Mitfahrers - der Testreise auf die Besucher lässt sich nur rätseln.

Zeitpuffer für Verkehrsprofis

Die Delegation stand unter größtem Zeitdruck, noch Donnerstagabend sollten die Projektteilnehmer im Kaminsaal des Bremer Rathauses empfangen werden und Kinder legte Wert auf einen "Zeitpuffer". So blieb nicht viel Gelegenheit für Fragen. Nein, antworteten die Gäste Wolfgang Schmidt vom Bürgerbusverein, auch in Schweden und Norwegen könne man mit einem normalen Autoführerschein nicht mehr als acht Personen befördern. Das Angebot, stellte einer der Zuhörer fest, könne sich doch schwerlich rechnen. Er erfuhr, dass die Fahrerinnen und Fahrer ehrenamtlich unterwegs sind, es einen Sponsor gibt und dass die Weser-Ems-Busgesellschaft die Linie 117 unter ihren Fittichen hat. Ob es Konkurrenzprobleme mit Verkehrsunternehmen gebe, war die vorletzte Frage: Nur anfänglich mit Taxifahrern, lautete die Antwort.

"Ist es möglich die Folien zu bekommen?" Ja. Die englischsprachige Version der projizierten Textbilder hatten die Bürgerbusler eigens für die 30-Minuten-Schau hergestellt. Ehrenamtlich, wie gewohnt.

BürgerBus Weyhe > Pressemeldungen > presseartikel
BürgerBus Weyhe e.V.